Grußwort

Prof. Dr. Hans-Jörg Busch
Universitäts-Notfallzentrum (UNZ)
Universitätsklinik Freiburg

Grußwort des Kongresspräsidenten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen der Rettungs-, Notfall- und Intensivmedizin,

als Kongresspräsident des DIVI21 möchte ich Sie im Namen des gesamten Präsidiums der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin recht herzlich zu unserem virtuellen Kongress 2021 einladen.

Gemeinsam!
Treffen. Diskutieren. Gestalten.

Unser Motto ist aktueller denn je. In den letzten Jahren erleben wir in der Intensiv- und Notfallmedizin durchgreifende Veränderungen, hinsichtlich neuer Möglichkeiten in der Therapie, den therapeutischen Verfahren und Behandlungsstrategien, aber auch in den politischen Rahmenbedingungen. Eine Vielzahl an gesetzlichen Veränderungen und Vorgaben sind auf den Weg gebracht oder in Vorbereitung, welche die Intensiv- und Notfallmedizin maßgeblich und nachhaltig verändern werden. Neue Weiterbildungsmöglichkeiten haben sich für die Akut- und Notfallmedizin eröffnet, Sektorengrenzen sollen in großen Notfallzentren abgebaut werden und in der Intensivmedizin eröffnen neue Behandlungsverfahren neue Wege, aber auch den Bedarf der Diskussion zur Begrenzung dieserderselben. Hier sind ein gemeinsamer wissenschaftlicher Diskurs und eine gemeinsame Bewertung für die zukünftige Entwicklung und den Einsatz unabdingbar.
Wir legen einen Schwerpunkt dieses Kongresses auf Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen der Rettungs-, Notfall- und Intensivmedizin. So ist die interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit in vielen Bereichen der Intensiv-, Notfall- und Rettungsmedizin nicht mehr wegzudenken und alltäglich. Der Austausch über alle Fachbereiche und Berufsfelder hinweg ist ein wesentlicher wichtiger und wichtiger Baustein in der gemeinsamen Behandlung und Betreuung unserer Patienten und die Kommunikation im Team von wesentlicher Bedeutung. Die Arbeitsbedingungen sind im rettungsdienstlichen und klinischen Alltag von körperlichen und psychischen Belastungen geprägt, ein immenser Zeit- und Entscheidungsdruck, eine Vielzahl an Absprachen über Schnittstellen hinweg sowie ungünstige Arbeitszeiten kommen hier noch hinzu.
Eine wesentliche und zentrale Herausforderung unserer Zeit ist es deshalb, dem Personalmangel zu begegnen und angemessene Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter in der Intensiv- und Notfallmedizin zu gestalten. Es braucht tragfähige und gemeinschaftlich akzeptierte Konzepte, um langfristig Personal zu gewinnen, beschäftigen und entwickeln zu können und den Mitarbeitern im Rettungsdienst, in den Notaufnahmen oder der Intensivstation zu ermöglichen, mit den vorhandenen Rahmen- und Arbeitsbedingungen umgehen zu können.
In Notfallmedizin EXTREM wollen wir mit unseren Partnern über Konzepte zur Rettung aus unwegsamem Gelände, der Wasserrettung, der Lawinenrettung oder auch der Rettung aus der Höhe besprechen. Die Pandemieplanung oder der Massenanfall an Infizierten in den klinischen Einrichtungen wird uns zweifellos beschäftigen müssen, ebenso wie die Herausforderungen der aktuellen COVID-19 Pandemie. Wir möchtendennoch mit Neuen als auch bewährten Formaten den Austausch und die Diskussion zwischen allen Berufsgruppen im Sinne unseres Mottos „Gemeinsam! Treffen. Diskutieren. Gestalten.“ ermöglichen.
Ich bin überzeugt, dass wir nur im gemeinsamen Diskurs und gemeinsamen Auftreten die Zukunft weiter gestalten können und in der Politik und Öffentlichkeit unsere Anliegen angemessen vertreten können. So freue ich mich sehr auf ein virtuelles Treffen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Hans-Jörg Busch
DIVI-Kongresspräsident 2021

 

 


Interview mit Prof. Dr. Hans-Jörg Busch:

Interview lesen

Nach dem erfolgreichen, pandemiebedingt rein digitalen Kongress der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) im Dezember 2020, stehen die Zeichen für 2021 erneut auf Treffen im virtuellen Raum. Kongress-Präsident Prof. Dr. Hans-Jörg Busch, ärztlicher Leiter des Notfallzentrums im Universitätsklinikum Freiburg, verrät im Interview seine Schwerpunkte und gibt Einblick in die Schöpfung neuer Formate.

Das Motto des DIVI2021 lautet „Gemeinsam! Treffen, Diskutieren. Gestalten.“ Was bedeutet das konkret und warum ist es aktueller denn je?
Es geht nur gemeinsam, und deshalb ist das „Treffen“ ein ganz wichtiger Punkt, selbst wenn es 2021 wieder virtuell stattfinden wird: Wir müssen interdisziplinär und interprofessionell miteinander sprechen, um die Zukunft der Notfall- und Intensivmedizin zu gestalten. Und um gemeinsame Lösungen zu finden, müssen wir auch miteinander diskutieren.

Warum sollte man sich den DIVI-Kongress 2021 auf keinen Fall entgehen lassen?
Der DIVI-Kongress ist für Kolleginnen und Kollegen einfach ein Muss, weil er der größte Kongress für alle Beteiligten an der Intensiv- und Notfallmedizin im deutschsprachigen Raum ist. Mit dem ganzen Spektrum – von der Rettungsmedizin, der klinischen Akut- und Notfallmedizin bis zur Intensivmedizin, von politischen Formaten bis hin zu Workshops bzw. virtuellen Hands on Kursen. Der Austausch über alle Fachbereiche und Berufsfelder hinweg ist ein wesentlicher Baustein in der gemeinsamen Betreuung und Behandlung unserer Patienten. Gerade in diesem Bereich ist die Kommunikation im Team in unseren vielfältigen Arbeitsfeldern überaus wichtig. Wenn man sich umfassend weiterbilden und Kontakte knüpfen will, ist der DIVI-Kongress die beste Plattform.

Der DIVI20 virtuell war im vergangenen Dezember als erster rein virtueller Kongress ein Experiment – und wurde zum großen Erfolg. Was werden Sie in diesem Jahr trotzdem anders machen?
Die Rückmeldungen zum virtuellen Kongress 2020 waren durchweg positiv. Sogar die Workshops haben gut funktioniert, was uns besonders gefreut hat. Von daher werden wir sehr wenig ändern und manche Dinge hinzunehmen. So werden wir die bekannten Stränge der Fort- und Weiterbildung auch wieder aufnehmen und weitere Kurse anbieten, zum Beispiel im Bereich Ultraschall. Neu wird sein, dass jeder Vortragsredner tatsächlich live präsentiert. Das war aus technischen Gründen in 2020 noch nicht möglich. So haben wir die Vorträge aufgezeichnet und nur die Diskussionen am Ende live laufen lassen. Das wird in 2021 also noch realer, noch besser sein.

Ein spannender Programmpunkt ist Notfallmedizin EXTREM oder unter EXTREMBedingungen.
Oh ja! Nach der Flut im Sommer ist das Thema aktueller denn je. Wir möchten zeigen, dass neben dem Notarzt auch viele andere Protagonisten in ganz speziellen Gebieten zum Einsatz kommen. Etwa die Bergwacht, die Wasserrettung, die Einheiten des Katastrophenschutzes oder die Feuerwehr, wo ein großes logistisches und organisatorisches Know-how für die Patientenversorgung gewährleistet sein muss. Und ja, auch diesen Bereich werden wir rein virtuell erlebbar machen – unter anderem im komplett öffentlichen Streaming des DIVI-TV-Studios.

Grußwort des Präsidenten der DIVI

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie als Präsident der DIVI anläßlich des 21. DIVI Kongresses herzlich begrüßen zu dürfen!

Der diesjährige Kongress unter der Leitung von Prof. Busch steht unter dem Motto „Gemeinsam! Treffen. Diskutieren. Gestalten“. Er bietet mit seinem vielfältigen Programm, bestehend aus den wissenschaftlichen Vorträgen, Fortbildungskursen, Campfire Sessions wieder beste Möglichkeiten für die praxisrelevante Kompetenzvermittlung und die Aktualisierung des Wissenstandes in allen Bereichen der Intensiv- und Notfallmedizin.

Für alle in der Intensiv- und Notfallmedizin Tätigen sind schon die alltäglichen Herausforderungen umfangreich und komplex. 22 Monate Pandemiebewältigung war und ist leider immer noch die größte Herausforderung in ihrer Geschichte für die Intensiv- und Notfallmedizin in Deutschland und weltweit! Sie alle haben Unglaubliches geleistet und einen zentralen Beitrag zur Pandemiebewältigung beigetragen – im Namen der DIVI danke ich Ihnen dafür von Herzen!

Wir alle haben uns schon sehr auf einen Präsenzkongress und den intensiven persönlichen Austausch in Hamburg gefreut. Die Vorbereitungen waren schon sehr weit fortgeschritten. Die Delta Variante und der nicht ausreichende Erfolg der Impfkampagne haben leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass wir uns gezwungen waren, wieder auf das virtuelle Format umzusteigen. Danken möchte ich dem Kongresspräsidenten Herrn Prof. Busch, Herrn Prof. Kluge, Herrn Prof. Zausig  und dem gesamten Team der DIVI Geschäftsstelle für die Bewältigung der großen Aufgabe der Kongressvorbereitung und dem erfolgreichen Wechsel vom Präsenz auf das virtuelle Format.

Der virtuelle DIVI Kongress bietet aber auch auf jeden Fall ein einmaliges gemeinsames Forum, um Entwicklungen und Veränderungen von Schlüsselaspekten zu diskutieren und dadurch die gesamte Intensiv- und Notfallmedizin voranzubringen. Neben Covid-19 gibt es natürlich auch noch viele andere Bereiche, in denen in der Intensiv- und Notfallmedizin kontinuierliche Fortschritte zu erreicht worden sind. Insbesondere die innovativen Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden wir dieses Jahr deswegen intensiv diskutieren.  Auch durch die Telemedizin konnten wir bei Covid-19 Patienten Behandlungsstrategien optimieren und individualisieren und dadurch die Prognose dieser schwer kranken Patienten verbessern.

Die DIVI hat viel erreicht im letzten Jahr, nennen möchte ich vor allem die stetige Verbesserung und Verstetigung des DIVI-Intensivregisters, gemeinsam mit dem RKI und mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums – ein großer gemeinsamer Erfolg mit viel Potential für die Zukunft. Viel Energie hat die DIVI auch in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen investiert – hier waren wir noch nicht erfolgreich, aber die DIVI ist sich ihrer Verantwortung bewusst und wird unermüdlich weiter arbeiten, bis wir adäquate Arbeitsbedingungen für Sie alle, den in der Intensiv- und Notfallmedizin Tätigen erreicht haben.

Das zentrale Ziel unseres Handelns bleibt dabei das Wohl der Patienten. Das Erreichte zu sichern und kontinuierlich zu verbessern ist unser Anspruch als Intensiv- und Notfallmediziner, um die uns anvertrauten schwer kranken Patienten auf höchstem Niveau weiter behandeln zu können. Um diese Ziele zu erreichen, lade ich alle intensiv- und notfallmedizinisch Interessierten zum DIVI21 herzlich ein und freue mich auf einen interessanten und fruchtbaren Austausch mit Ihnen gemeinsam. Dazu dient nicht zuletzt die Chatfunktion, mit der Sie mit den Referenten Ihre wichtige Diskussion fortführen oder auch mit den anderen Teilnehmern kommunizieren und sich austauschen können.

Herzliche Grüße
Prof. Dr. Gernot Marx, FRCA

Prof. Dr. Gernot Marx, FRCA
Universitätsklinikum Aachen
Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.

Lothar Ullrich
Vorsitzender DGF e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste begrüße ich Sie ganz herzlich zum diesjährigen DIVI – erneut im virtuellen Raum. Somit können wir leider den persönlichen Austausch, den wir uns alle so sehr wünschen, wieder nicht ermöglichen.
Doch es gibt weitaus Dringendere „existentielle“ Probleme in unserem Fachgebiet! Vor allem die Sorge um die Zukunft in der Intensiv- und Notfallpflege auf Grund des zunehmenden Fachkräftemangels – verlangen Diskussionen und klare Positionen. Gemeinsame, aktuelle Vorschläge der DGF und der DIVI zur Stärkung und Zukunft der Intensivpflege werden nach wie vor von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert. Die Sperrung von Intensivbetten mangels fehlender Pflegekräfte wird anscheinend bewusst in Kauf genommen – ein erkennbares Signal an die Pflegenden zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist nicht erkennbar.
So wirken die Corona-Pandemie und ihre Folgen wie ein Indikator, durch den sich die bereits vorher bestehenden Probleme überdeutlich zeigen – fehlendes Pflegepersonal, dauerhafte Überlastung und nur geringe Anreize für Pflegende, sich weiter zu qualifizieren.
Noch nie war es dringlicher als jetzt, die Rahmenbedingungen für Pflegende zu verbessern und die Attraktivität des Berufs zu erhöhen. Angemessene Stellenschlüssel und abgesicherte erweiterte Handlungskompetenzen sind erforderlich, um den sich rasant ausbreitenden „Pflexit“ entgegenzuwirken.
Die Mehrzahl der Pflegenden übt ihren Beruf sehr gern und verantwortungsvoll aus. Geben wir ihnen angemessene Rahmenbedingungen und unterstützen sie dabei!
Eine andere Form der Unterstützung und fachlichen Bereicherung sind die vielen Anregungen und Impulse, die der DIVI für Sie bereithält. Ich möchte Sie - meine Damen und Herren - einladen, den virtuellen Raum zu nutzen und den Kongress mit Ihren Diskussionsbeiträgen aktiv mitzugestalten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannende, erkenntnisreiche Stunden, wo immer Sie auch zugeschaltet sind.

Lothar Ullrich
Vorsitzender der DGF e. V.